Liebesbrief Kaes van Dongens an Elisabeth von der Pfalz    zurück

Van Dongen schließt sich Jean de Labadie und den Labadisten an und kündigt Elisabeth von der Pfalz in einem Brief voller Liebesbekundungen, sein kommen an.  

Aus dem niederländischen von Prof. Dr. Jaap van Hoofstraat 1964.

 

Brieftasche Kaes van Dongens Der Originalbrief

 

 

Den Haag, 17.03.1668

Elisabeth,


"Ich sehe Euch nur halb, weil ich Euch zu sehr liebe; und Ihr glaubst, mich zuviel zu sehen, weil Ihr mich nur halb liebst! Kommt gleich zu mir, wenn Ihr die Befürchtung Lügen strafen wollt, ich sähe Euch nie wieder. Es ist bereits ein Jahr her, dass wir uns nicht mehr sahen: Ein Jahr, gute Götter! Ach! Ich kann es nicht glauben, oder ich müsste mich entschließen, zu sterben. Glaubst Ihr also, mir Euer Bild im Herzen recht vollständig hinterlassen zu haben, damit ich mich darauf stützen kann bei allem, was es mir von Euch versprechen soll? Es stimmt, es ist hier, ganz lebensecht, und dazu ist es vortrefflich gemalt. Aber ich würde nicht wagen, es mir vor Augen zu führen, weil ich weiß, dazu müsste ich es mir aus dem Herzen reißen, und ich weiß nicht, ob ich es ohne Euch wieder dorthin zurückbringen könnte. Ich sehe jetzt sehr wohl, dass ich keine Sonne bin, wie Ihr mich so viele Male nanntet, weil das Zifferblatt nicht übereinstimmt mit meiner Stundenzählung. Ich habe schon mehr als tausend Stunden gezählt seit Eurer grausamen Abwesenheit von hier. Darum habe ich einen Entschluss gefasst, von dem keine Armee mich abzuhalten vermag. Ich werde zu Euch kommen, da Ihr nicht zu mir kommen könnt. In guter Absicht schloss ich mich Jean de Labadie an, welchem Ihr Unterkunft zu geben bereit seit. Nun bin ich nicht länger verurteilt im dunkeln zu hoffen! Ah, ich bitte Euch, schöne Gebieterin leg keinen Einspruch ein, es wäre vergeblich, da meine Reise schon in 2 kurzen Tagen beginnt. Jeder Brief von Euch, so sehr ich ihn auch verzehren würde, käme zu spät um mich zu halten. Um in Eurer Nähe zu sein würde ich mit Zentauren und Zyklopen kämpfen, und mein Tod, falls er mich widererwartend doch ereilte, wäre kein sinnloses Opfer gewesen, denn gilt es doch wenigstens den Versuch zu wagen um der Flamme der Sehnsucht zu entkommen."


In tiefer Ergebenheit
Euer Diener Kaes van Dongen