Biografie Kaes van Dongen (1619-1672)  I/III

Kaes van Dongen (1619-1672) ist eine der mysteriösesten Figuren des 17. Jahrhunderts. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Geschichtsschreibung auf den niederländischen Dichter und Verfasser von Reiseberichten aufmerksam. Nur wenige Daten und Fakten waren bis dato zu seinem Leben bekannt gewesen. Durch neuere Forschungen und das auftauchen von Briefen aus seiner Zeit,  ist es gelungen, das Bild dieses modernen Poeten zu ergänzen und abzurunden.

Am 29. Dezember 1619 wird Kaes van Dongen als einziger Sohn des Delfter Tuchmachers Hank van Dongen und seiner Frau Lynette van Dongen in Delft geboren. Über seine Kindheit ist nach wie vor wenig bekannt. Früh verließ er das Elternhaus und ging nach Amsterdam um dort die schönen Künste zu studieren. 1635 verlässt er die Niederlande und studiert in Madrid, Paris und Berlin die Literatur. In dieser Zeit entstehen erste Gedichte und Reiseerzählungen.

1636 erscheint in Amsterdam Kaes van Dongen erster Gedichtband „Het Wereld en de boom"  bei Ballegoogen und Hemskerk. Im selben Jahr, bei einem Aufenthalt in Den Haag, wird der Förderer der Kultur und Wissenschaft, Mauritz von Nassau (1604-1679) auf ihn aufmerksam. Mauritz von Nassau, der in diesem Jahr als Generalgouverneur (1636-1644) die niederländische Kolonie Recive in Nordbrasilien übernimmt, stellt Kaes van Dongen in seinen Dienst. Die Wissenschaftler und Künstler im Gefolge von Nassau vermachten Brasilien und Europa eine einzigartige wissenschaftliche und künstlerische Dokumentation von Land und Leute. In Brasilien schrieb Kaes van Dongen seinen Reisebericht „Bouwen, grawen, planten laet uw niet verdrieten", der in seinem weiterem Leben von großer Bedeutung seien sollte. Nach der  Rückkehr aus Brasilien führt Mauritz von Nassau Kaes van Dongen am Hofe der Böhmischen Exilkönigin in Den Haag ein. Seit der verlorenen Schlacht des Böhmischen Heeres am Weißen Berg bei Prag 1620, und der anschließenden Ächtung 1621 durch den Kaiser verlor der Böhmische König Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) seine Kurwürde und seine Erblande und ging mit seiner Familie ins Holländische Exil nach Den Haag. Seine englische Gemahlin Elisabeth Stuart (1596-1662) führte den Hof in Haag bis 1661.

1647 wird Mauritz von Nassau Stadthalter des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg in Kleve und ruft Kaes van Dongen an seinen Hof. Mauritz von Nassau verwandelt das vom 30-jährigen Krieg verwüstete Kleve in eine Gartenstadt von europäischer Bedeutung. Dort entsteht 1650 das Elisabeth von der Pfalz gewidmete Hauptwerk Kaes van Dongens: „Soo sult gy en die naar uw komen het genieten". 

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Kaes van Dongen  Elisabeth von der Pfalz Mauritz von Nassau