August Diehl (1886 – 1938): Auch ein Totentanz, 1934

Nach: Alfred Rethel (1816 - 1859): Auch ein Totentanz, 1849

Der sie geführt, es war der Tod!
Er hat gehalten, was er bot.
Die ihm gefolgt, sie liegen bleich. -
Seht hin, die Maske tat er fort!
Als Sieger hoch zu Rosse dort,
Zieht, der Verwesung Hohn im Blick,
Der Held der roten Republik.
Als Leichen - ja! da sind wir gleich!
Nicht hoch noch tief, nicht arm noch reich
O Freiheit, wer führt dich herbei?
Nicht Mord und nicht der Laster Schrei.
Nur wann erstickt der Selbstsucht Glühn,
Wirst Du in Herrlichkeit erblühn! -
Und Gleichheit! Bringt sie nur der Tod?
Nein! Allen strahlt ein Morgenrot.
Ja, glaubt, die Guten sind sich gleich
Ob hoch, ob tief, ob arm, ob reich.
Du Bruderliebe, Bürgerhort,
Der reinsten Lehre reinstes Wort!
Geschändet hat man Dich, entehrt,
Zur Mörderfackel Dich verkehrt;
Vom Himmel nahmst Du Deinen Lauf,
Zum Himmel flamme freudig auf
In reiner Tat, ein heilger Brand!
So segne Gott das Vaterland!

Robert Reinick

 

 

 

 

 

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August Diehl, Auch ein Totentanz, Blatt 6, 1934

Alfred Rethel, Auch ein Totentanz, Blatt 6, 1849

 

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